Branche im Austausch: Arbeitsgruppe „Kostenlose Wochenzeitungen“ diskutiert zentrale Zukunftsthemen
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Kostenlose Wochenzeitungen“ des BVDA tauschten sich bei ihrer ganztägigen Sitzung am 20. Mai in Fulda intensiv aus.

Die kostenlosen Wochenzeitungen stehen vor vielfältigen Herausforderungen – gleichzeitig aber auch vor wichtigen strategischen Chancen. Darüber tauschten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Kostenlose Wochenzeitungen“ des BVDA bei ihrer ganztägigen Sitzung am 20. Mai auf Einladung des Medienhauses Parzeller in Fulda intensiv aus. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen im Verlagsgeschäft, die Kosten- und Zustellstrukturen, Fragen der künftigen Positionierung der Gattung sowie digitale Best Practices und neue Verfahren im Verteilcontrolling.
Im offenen Austauschformat „Tour de Table“ berichteten die teilnehmenden Verlage über die weiterhin herausfordernde Marktlage. Besonders das Anzeigen- und Stellenanzeigengeschäft bleibt vielerorts unter Druck. Zugleich wurde deutlich, dass das Beilagengeschäft in vielen Häusern derzeit eine wichtige stabilisierende Rolle einnimmt. Die Runde war sich einig, dass diese Entwicklung aufmerksam beobachtet werden muss, da auch im Prospektgeschäft strukturelle Veränderungen und neue Anforderungen des Handels erkennbar sind.
Ein Schwerpunkt der Sitzung lag auf der Kostenentwicklung. Die stark steigenden Zustell- und Logistikkosten wurden erneut als eine der zentralen Zukunftsfragen der Gattung eingeordnet. Die AG KWZ wird hierzu einen kompakten Kennzahlenvergleich vorbereiten, um Entwicklungen besser einordnen und den Austausch zwischen den Häusern weiter versachlichen zu können.
Auch das Thema Zustellung wurde intensiv diskutiert. Dazu zählten Fragen der Arbeitszeiterfassung, Zustellergewinnung, Qualitätssicherung, Reklamationsbearbeitung sowie mögliche ergänzende Zustellmodelle wie Abhol- und Zustellboxen. Einzelne operative Fragestellungen sollen in der gemeinsamen Arbeitsgruppe Logistik von BVDA und BDZV weiter vertieft werden.
Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt war die künftige Positionierung der kostenlosen Wochenzeitungen. Dabei ging es unter anderem um ein gemeinsames Leistungsversprechen und mögliche Standards in der Branche, die Bedeutung des Begriffs der flächendeckenden Zustellung sowie die strategische Rolle des BVDA gegenüber Politik, Handel, Agenturen und Mitgliedsverlagen. Die Diskussion soll zunächst in einer kleineren Arbeitsstruktur aus Vorstand und Geschäftsstelle weiter vorbereitet werden. Dabei soll auch die Perspektive des Handels und der Vermarktungsagenturen einbezogen werden.
Darüber hinaus befasste sich die AG KWZ mit aktuellen Lobbythemen, darunter Arbeitszeitgesetz, Minijobs, Werberegulierung, mögliche Werbeverbote, Nachhaltigkeit und mineralölfreie Druckfarben.
Best Practices und Marktimpulse ergänzten die Sitzung: Christian Goldbach von der Mediengruppe Parzeller gab Einblicke in aktuelle Entwicklungen im Traueranzeigen- und Bestattungsmarkt. Mit der MeinBezirk-App aus Österreich wurde zudem ein Beispiel vorgestellt, wie die digitale Verlängerung kostenloser Wochenzeitungen erfolgreich umgesetzt werden kann. Außerdem standen KI-Weiterbildung im Verlag, aktuelle Mess- und Zertifizierungsverfahren im Verteilcontrolling sowie digitale Trends im Zeitungsmarkt auf der Agenda.
Die Sitzung hat erneut gezeigt, dass die AG KWZ ein wichtiger Arbeitskreis innerhalb des BVDA ist. Sie bündelt Erfahrungen aus den Mitgliedsverlagen, identifiziert relevante Entwicklungen frühzeitig und bereitet Themen vor, die für die Zukunft der kostenlosen Wochenzeitungen von zentraler Bedeutung sind. Gerade in einem dynamischen Marktumfeld bleiben der Austausch innerhalb der Branche und gemeinsame Initiativen wichtiger denn je. Der BVDA bedankt sich herzlich bei Haldun Tuncay und der Mediengruppe Parzeller für die Gastfreundschaft in Fulda sowie bei allen engagierten Kolleginnen und Kollegen für den offenen und konstruktiven Austausch.