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"Vertrauen ist wichtige Basis, um mit Innovationen erfolgreich zu sein"

BVDA Herbsttagung: Verlagsmanager loten Zukunftschancen lokaler Medien aus

Saarbrücken. Anzeigenblätter haben ein großes Potenzial, ihre feste Verankerung im lokalen Raum für innovative Projekte zu nutzen. Dies erklärte BVDA-Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers zum Abschluss der Herbsttagung des Verbandes in Saarbrücken. Wer wie die Verlage über viele Jahrzehnte bei Lesern und Werbekunden erfolgreich Vertrauen aufgebaut habe, könne auch mit neuen Produkten und Dienstleistungen für den Nahbereich erfolgreich sein. Eine wichtige Voraussetzung dafür seien jedoch wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die den Verlagen finanzielle Spielräume eröffnen. "Nur wenn die in den letzten Jahren gestiegenen Ausgaben kompensiert werden, seien Innovationen möglich – und damit auch ein lokaler Journalismus, der Ehrenamt und zivilgesellschaftliches Engagement umfassend abbildet", sagte Eggers.

Gestern und heute fokussierte das zentrale Treffen des BVDA im Herbst die Zukunftsagenda der Anzeigenblätter. Am heutigen Tag stand das Thema "Innovation" im Mittelpunkt. Praxiseinblicke bot der Vortrag von Tobias Köhler von der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH). Köhler ist dort als Corporate Entrepreneur für neue Geschäftsfelder im Bereich Trends und Technologien zuständig und erläuterte unter anderem, wie es der SWMH gelingt, Innovationsprojekte anzustoßen: "Die Zeiten, in denen wir uns auf universelle Geschäftsmodelle verlassen konnten, sind vorbei. Ein neues Produkt, das in einem Verbreitungsgebiet blendend funktioniert, scheitert im nächsten krachend." Dies sei ein Grund, um sich seinen Kunden zu nähern, gemeinsam mit ihnen neue Angebote zu entwickeln und sich dabei nicht von Rückschlägen abschrecken zu lassen.

Thomas Ramge, Sachbuchautor und Technologie-Korrespondent von brand eins, analysierte in seinem Vortrag, wie künstliche Intelligenz betrieblichen Prozessen zurzeit einen mächtigen Schub verleiht: durch die Automatisierung von Entscheidungen, die bisher Menschen getroffen haben. Ein Beispiel für ihren Einsatz im Journalismus sind automatisierte Texterstellungen bei einfachen Nachrichtenformaten. Diese setzen neue Ressourcen frei, die Redakteure für komplexere Aufgaben nutzen könnten.

Ein Best Practice-Beispiel aus der digitalen Welt ist das regionale Portal StadtBESTEN, das sein Geschäftsführer Benedikt Böckenförde vorstellte. Die Idee vereint als neuartiges, interaktives Branchenbuch einen redaktionellen Fokus auf nachhaltige user-generierte Inhalte mit einem lokalen Vermarktungsansatz. "Regionale Anzeigenformate sind nicht tot – ganz im Gegenteil", konstatierte Böckenförde, "sie müssen nur zeitgemäß und für eine neue Konsumentengeneration und deren Mediennutzungsverhalten inhaltlich und visuell entsprechend relevant aufbereitet werden, sodass sie zu messbaren Erfolgen führen."

Dr. Michael Schade, Partner der QSI Unternehmensberatung, erläuterte anhand von Best Practice-Beispielen, wie sich etablierte Unternehmen in Veränderungsprozessen aufstellen müssen. Mit Hilfe von Business Model Canvas dokumentierte Schade, wie sich ein Strategieprozess strukturieren lässt, mit dem Ziel, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Neben der Stärkung des Kerngeschäfts widmen sich die Anzeigenblattverlage intensiv dem Ziel, neue Erlösquellen zu generieren.

Das nächste zentrale Treffen der Anzeigenblattbranche findet am 2. und 3. April 2020 in Berlin statt. Dort steht unter anderem die Verleihung des Medienpreises "Durchblick" im Vordergrund.

 

Informationen zur BVDA Herbsttagung sowie das aktuelle Tagungsprogramm finden Sie auf unserer Website.

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