Aus dem BVDA

Institut für Demoskopie Allensbach belegt hohe Relevanz von gedruckten Prospekten für Konsumenten

Der BVDA hat zum zweiten Mal die Leserakzeptanzstudie beim Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) in Auftrag gegeben.

Die Entscheidung von OBI und REWE aus der Prospektwerbung aussteigen zu wollen, hat in den letzten Monaten große Wellen geschlagen. Doch entspricht diese Entscheidung tatsächlich dem Kundenwillen? Gerade in einer Zeit rapide steigender Lebenshaltungskosten dürfte die Information über lokale Angebote für alle Bevölkerungsschichten zunehmend an Bedeutung gewinnen. 

Um valide Aussagen zur Rolle von Anzeigenblättern und gedruckten Prospekten in der lokalen Konsumwelt treffen zu können, hat der BVDA zum zweiten Mal die Leserakzeptanzstudie beim Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse der aktuellen Studie haben bereits vielfach Anwendung gefunden und konnten ebenso das Aus der OBI- und REWE-Prospekte im Rahmen von Interviews und Statements aus Konsumentensicht einordnen.

So sind für die Mehrheit der Bezieher von Prospekten digitale Varianten, wie z.B. eine App, keine Alternative zu den gewohnten Printversionen. Konfrontiert mit der hypothetischen Möglichkeit, zwischen gedruckten und digitalen Prospekten wählen zu können, würden sich 62 Prozent der deutschen Wohnbevölkerung für gedruckte Prospekte und nur 12 Prozent für digitale Alternativen entscheiden. Im Vergleich zur Untersuchung von 2019 ist der Anteil der Befürworter gedruckter Prospekte sogar um drei Prozentpunkte gestiegen, während der Anteil derer, die digitale Prospekte vorziehen, um zwei Prozentpunkte gesunken ist.

Bemerkenswert ist, dass dies in erster Linie auf das Verhalten der unter 30-Jährigen zurückzuführen ist, die im Gegensatz zur Untersuchung von 2019 aktuell gedruckte statt digitale Prospekte vorziehen würden. 2019 bevorzugten noch 35 Prozent der unter 30-Jährigen die digitale Alternative (28 Prozent gedruckt). Bei Anzeigenblättern ist diese Trendumkehr noch stärker: von ehemals 38 Prozent der unter 30-Jährigen würden heute nur noch 27 Prozent die digitale Alternative eines Anzeigenblattes präferieren.

BVDA-Geschäftsführer Sebastian Schaeffer sieht durch die Allensbach-Studie die wichtige Funktion der Anzeigenblätter in der lokalen Konsumwelt bestätigt: "Die Entwicklung zeigt, dass digital nicht immer die gefragtere Alternative ist. Gerade in den aktuell schwierigen Zeiten, die von erheblichen Steigerungen der Lebenshaltungskosten vieler Menschen geprägt sind, wird Angebotskommunikation wichtiger denn je. Anzeigenblätter und Prospekteilagen sind aus Sicht der Konsumenten hier die führende Informationsquelle." Die Studie belegt laut Schaeffer zudem die Schaufensterfunktion von Prospekten. Denn vielfach erfolge die Nutzung der Prospektbeilagen nach fest gefügten Mustern. Nahezu zwei Drittel der Anzeigenblattleser blättere die Beilagen gewohnheitsmäßig durch, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Die Studie bescheinigt zudem den hohen Nutzwert der Prospekte. Den Prospekten werden von den Konsumenten viele praktische Eigenschaften zugeschrieben, belegt die repräsentative Befragung. Spontan assoziiert die überwiegende Mehrheit mit Prospektwerbung einen hohen Informationsgehalt (57 Prozent). 41 Prozent der Bevölkerung sagt aus, durch die Sonderangebote in Prospekten schon häufig Geld gespart zu haben. Die Bevölkerung schätzt Prospekte in erster Linie dafür, dass sie über aktuelle Angebote des örtlichen Einzelhandels informieren. In der Summe zieht die Mehrheit der Bevölkerung die Bilanz, sich beim Einkauf an Produkten oder Angeboten zu orientieren, die sie zuvor in Prospekten gesehen hat. Besonders stark werden Prospekte aus dem Lebensmitteleinzelhandel geschätzt.

Die Studie ist repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 16 Jahren. Die Befragung wurde mündlich-persönlich (face-to-face) nach einem einheitlichen Frageformular vorgenommen. Insgesamt wurden 1.541 Personen im Zeitraum vom 26. August bis 9. September 2021 befragt.

Der BVDA hat die Ergebnisse in einer kompakten Broschüre mit aussagekräftigen Charts und Erläuterungen aufbereitet, die ab sofort bei der Geschäftsstelle des BVDA bestellt werden kann.

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