Politik

Faktencheck: Petition "Letzte Werbung"

Bereits seit einigen Wochen läuft auf der Plattform change.org eine Petition der Initiative "Letzte Werbung" und der Deutschen Umwelthilfe, in der eine Umstellung der Aufkleberregelung für nicht-adressierte Briefkastenwerbung auf ein Opt-In System gefordert wird. In einer Arbeitsgruppe des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW), der auch der BVDA angehört, wurden die darin enthaltenen Behauptungen unter die Lupe genommen und ein Faktenpapier erstellt.

In der Petition wird eine Umstellung des Aufklebersystems für die Zustellung von nicht-adressierter Werbung gefordert. Statt eines Aufklebers, der den Einwurf untersagt (Opt-Out), soll der Einwurf zukünftig nur mit einem Aufkleber "Ja, ich will Werbung" (Opt-In) gestattet sein. Die Petenten orientieren sich mit ihrer Forderung an einer Neuregelung in den Niederlanden, die es den dortigen Gemeinden erlaubt, auf eine Opt-In Variante umzustellen. In den Niederlanden sind auch kostenlose Zeitungen von der Umstellung betroffen, was zu hohen Auflagenrückgängen geführt hat.

In der Petition auf change.org werden falsche Aussagen in Bezug auf Umweltaspekte von Briefkastenwerbung getroffen. Diese Aussagen wurden im Rahmen einer gemeinsamen Arbeitsgruppe unter dem Dach des ZAW geprüft und mit belegbaren Fakten widerlegt.  

In Deutschland gelten Aufkleber mit Werbewidersprüchen nicht für kostenlose Wochenzeitungen, da diese als Presseprodukte besonders geschützt sind. Um Wochenblätter abzubestellen, benötigt es einen gesonderten Vermerk "Keine kostenlosen Zeitungen" am Briefkasten. Trotzdem besteht die Gefahr, dass dies in der öffentlichen Wahrnehmung vermischt oder die Forderung nachträglich auf kostenlose Zeitungen ausgedehnt werden könnte. Um unnötige Hürden für die Versorgung der Bevölkerung mit lokaljournalistischen Inhalten zu vermeiden, engagiert sich der BVDA in der ZAW-Arbeitsgruppe und vertritt dort die Interessen seiner Mitgliedsverlage.

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