Ausblick Tagungen

Der BVDA veranstaltet jährlich mit der Frühjahrs- und Herbsttagung die größten Events der Anzeigenblattbranche. Für jeweils zwei Tage bietet der Verband Mitgliedern, Experten und Multiplikatoren eine Plattform zur Netzwerkbildung sowie zum Informationsaustausch und Ideentransfer.

Die diesjährige Herbsttagung findet am 25. und 26. Oktober 2018 in Osnabrück statt. Der BVDA dankt dem Gastgeber der Abendveranstaltung, der Osnabrücker Nachrichten Verlagsgesellschaft mbH, sehr herzlich für die freundliche Einladung. Leitthema der Veranstaltung wird die Zukunft des Handels sein.

Tagungen 2018/2019

BVDA Herbsttagung 2018

  • 25. bis 26. Oktober 2018 in Osnabrück
  • Thema: "Zukunft des Handels"

Der Gastgeber der Abendveranstaltung im Rahmen der BVDA Herbsttagung 2018 ist die Osnabrücker Nachrichten Verlagsgesellschaft mbH – ein Unternehmen der NOZ MEDIEN.

 

BVDA Tagungen 2019

  • Frühjahrstagung 2019 vom 4. bis 5. April 2019 in Berlin
  • Herbsttagung 2019 vom 24. bis 25. Oktober 2019 in Saarbrücken

Der Gastgeber der Abendveranstaltung im Rahmen der BVDA Herbsttagung 2019 ist die Saarländische Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH.

Rückblick Tagungen

Die Frühjahrstagung des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) beschäftigte sich mit dem aktuellen Thema Nachwuchsgewinnung sowie Personalbindung und -entwicklung. Unter der Überschrift "Kampf um Talente" wurden auf dem Anzeigenblattforum am 20. April Strategien diskutiert, wie Anzeigenblattverlage vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels qualifiziertes Personal für sich gewinnen und binden können sowie Kunden und die lokale Wirtschaft bei der Personalsuche unterstützen können.

BVDA-Präsident Alexander Lenders rief die Anzeigenblattverlage auf, in ihre eigenen Beschäftigten zu investieren und ihre lokale Multiplikatorenrolle noch stärker wahrzunehmen. "Angesichts der gemeinsamen Herausforderungen von Anzeigenblättern und Tageszeitungen in einer digitalisierten Welt gilt es, die Interessen der Printbranche geschlossen zu vertreten und mit Selbstbewusstsein in die Zukunft zu blicken", betonte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Dr. Mathias Döpfner. Er appellierte an die Verlage, in die Redaktionen und gute Inhalte zu investieren. Der Kampf um die besten Köpfe habe längst begonnen – dieser sei entscheidend für den Unternehmenserfolg. Neben Flexibilität und Vielfalt in den Verlagen sei vor allem wichtig, für das eigene Produkt zu brennen. "Wir sind nur erfolgreich, wenn wir andere mit unserer Leidenschaft anstecken", betonte Döpfner.

Zum Abschluss des Anzeigenblattforums kamen die Wochenblattverlage selbst zu Wort. Sie erläuterten auf Augenhöhe, wie Arbeitsbedingungen modernisiert wurden, um zu konkurrierenden Branchen aufzuschließen. Beschäftigten wurden Perspektiven und Chancen aufgezeigt sowie Weiterbildung und Persönlichkeitsentwicklung von Mitarbeitern gezielt gefördert. Angesichts wachsender Herausforderungen in der Medienbranche betonte BVDA-Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers die Wichtigkeit von gattungsspezifischen und praxisnahen Aus- und Weiterbildungen für die Verlage. "Durch die zukünftige Ausrichtung der BVDA Akademie nimmt der Verband die Themen Weiterbildung und Personalentwicklung noch stärker in den Fokus", so Eggers.

Ein Höhepunkt der BVDA Frühjahrstagung war die feierliche Verleihung der Durchblick-Medienpreise am 19. April. Die Festrede hat in diesem Jahr der renommierte investigative Journalist und Präsident des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages 2019, Hans Leyendecker, gehalten. Anfang März hatte eine hochkarätig besetzte Jury die besten Einreichungen für den BVDA-"Durchblick-Preis" nominiert. Aus 126 Bewerbungen bestimmte die Jury pro Kategorie drei Verlage. Der Verbandspreis wird in den Kategorien "Beste journalistische Leistung", "Leser- und Verbrauchernähe", "Innovation – die beste Idee des Jahres" und "Beste digitale Aktivität" vergeben. Die jährlich verliehene Auszeichnung würdigt herausragende Beispiele publizistischen Engagements der Wochenblätter. Mehr über die Preisträger erfahren Sie hier

Zum Auftakt der BVDA-Herbsttagung appellierte BVDA-Präsident Alexander Lenders an die Verlage, die Chancen und Möglichkeiten von Veränderungen für sich zu nutzen. "Gerade im Jahr des 30-jährigen Bestehens unseres Verbandes müssen wir uns den veränderten Rahmenbedingungen stellen und neue Lösungen für neue Herausforderungen erarbeiten", sagte Lenders in seiner Eröffnungsrede. Zudem hob er die starke Gemeinschaft und partnerschaftliche Zusammenarbeit im BVDA hervor.

Zum 30-jährigen Bestehen des Verbandes kamen am 19. und 20. Oktober mehr als 300 Verleger, Experten und Multiplikatoren zu dem größten Treffen der Branche in Darmstadt zusammen. Die BVDA-Herbsttagung beschäftigte sich mit dem Thema Wandel in seinen unterschiedlichen Facetten und den damit verbundenen Auswirkungen für die Anzeigenblattverlage.

Der Trendforscher und Geschäftsführer des GDI Gottlieb Duttweiler Institute for Economic and Social Studies, Dr. David Bosshart, arbeitete die Umwälzungen im stationären Handel und deren Bedeutung für die Anzeigenblattbranche heraus. "Aus isolierten Produkten werden vernetzte Dienstleistungen, der Datenfluss bestimmt den Warenfluss, der digitale und sinnliche Erlebnisraum weitet sich aus", führte Bosshart aus. Dienstleistungen und eine kluge Logistik spielten eine immer größere Rolle. Er rief die Verlage auf, in ihre Kundenbeziehungen, eine intelligente Logistik und vernetzte Services zu investieren.

Aufgrund der Digitalisierung und zunehmenden Vernetzung wird auch der Datenschutz in Anzeigenblattverlagen wichtiger und komplexer denn je. Susanne Böhm, Datenschutzbeauftragte der Mediengruppe Pressedruck, erläuterte die Auswirkungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung auf Anzeigenblattverlage und rief sie auf, sich rechtzeitig auf die neue Rechtslage einzustellen, die auch zahlreiche Neuerungen im Kundendatenschutz und Marketing bringe.

Auch mit der aktuellen Debatte um "fake news" und den daraus resultierenden Chancen und Verpflichtungen für die Anzeigenblätter setzten sich die Verlage auseinander. Rechtsanwalt Dr. Christoph Partsch zeigte auf, welche Auskunfts- und Einsichtsrechte sich für Anzeigenblattverlage aus den journalistischen Sorgfaltspflichten und aus dem Recht auf Recherche ergeben.

Im Mittelpunkt des zweiten Tages des Branchentreffens standen die Medialeistung der Anzeigenblätter und ihre Vermarktung sowie das Thema Nachhaltigkeit. Heiko Genzlinger, CEO des Zeitungsvermarkters Score Media, warb für die nationale Vermarktungsallianz. Genzlinger hob die Stärke der regionalen Printmedien hervor und lobte die Reichweite und Werbewirkung der Anzeigenblätter. "Niemand zweifelt an der Werbewirkung der Anzeigenblätter. Die Kunden sehen den Effekt schließlich unmittelbar an der Kasse."

Stefan Haensel von der Natur- und Umweltschutzorganisation WWF und Andreas Müller, Geschäftsführer der Super Sonntag Verlags GmbH und BVDA-Vizepräsident, gingen auf die Bedeutung von Umweltschutzaspekten für die Anzeigenblattbranche ein. "Jedes zu viel produzierte Anzeigenblatt und jeder zu viel produzierte Prospekt kostet unsere Kunden bares Geld. Deshalb optimieren wir unsere Zustellung laufend und sorgen dafür, dass nur die Menschen unsere Produkte bekommen, die sie auch wollen", erläuterte Müller. Der BVDA werde sich dem Thema Nachhaltigkeit künftig ausführlicher widmen: "In Sachen Umweltschutz haben wir viel zu bieten, aber auch noch einige Aufgaben zu bewältigen."

Zum Abschluss der Herbsttagung skizzierte BVDA-Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers wichtige künftige Herausforderungen in der Verbandsarbeit. Zentral seien beispielsweise ein kraftvolles Gattungsmarketing, die Vernetzung und Mitgestaltung von politischen Rahmenbedingungen, die Optimierung der Logistik sowie die Personalgewinnung und -bindung.

Zum Auftakt ihrer Frühjahrstagung am 6. April 2017 in Berlin wählten die Anzeigenblattverleger Alexander Lenders erneut zum Präsidenten des BVDA.

Als BVDA-Vizepräsidenten wieder bzw. neu gewählt wurden: 

  • Andreas Müller (Super Sonntag Verlag GmbH, Aachen)
  • Michael Simon (Wochenanzeiger Medien GmbH, München)
  • Carol-Monique Krummenauer (Saarländische Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH, Saarbrücken)
  • Michael Rausch (Rheinische Anzeigenblatt GmbH & Co. KG, Köln)

Die Mitgliederversammlung wählte folgende Verlagsvertreter neu in den BVDA-Hauptausschuss:

  • Axel Schindler (WVW Westdeutsche Verlags- und Werbegesellschaft mbH und ORA Ostruhr-Anzeigenblattgesellschaft mbH & Co. KG , Essen)
  • Görge Timmer (Berliner Wochenblatt Verlag GmbH, Berlin)
  • Rainer Zais (SÜWE Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft mbH & Co. KG, Ludwigshafen)

Politik würdigt wichtige Funktion der Wochenblätter für die Demokratie

Insgesamt stand die BVDA-Frühjahrstagung ganz im Zeichen des Superwahljahres 2017 und der aktuellen und zukünftigen Bedeutung der Wochenblätter. Zum 30-jährigen Bestehen des Verbandes kamen rund 300 Verleger, Experten und Multiplikatoren in Berlin zusammen. Auf dem Anzeigenblattforum am 7. April diskutierten Repräsentanten von im Bundestag vertretenen Parteien und Franz-Reinhard Habbel, damaliger Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, über den Abbau bürokratischer Hürden, damit die Wochenblätter ihrer wichtigen Funktion für das demokratische Gemeinwesen nachkommen können.

Der Soziologe Prof. Dr. Harald Welzer forderte die Wochenblätter auf, durch eigene Themensetzung, sorgfältige Recherche und Berichterstattung einer Hysterisierung der Kommunikation entgegenzuwirken. Die Wochenblätter förderten vor allem den Zusammenhalt in der lokalen Gemeinschaft, so Welzer. 

Manfred Braun, damaliger Geschäftsführer der Funke Mediengruppe, beschrieb im Interview mit BVDA-Vizepräsident Andreas Müller die wichtige Rolle, die die Anzeigenblätter im und für den Medienkonzern spielten: "Durch ihre hyperlokale Berichterstattung bauen sie eine unmittelbare Nähe auf zu den Menschen und ihrer Lebenswelt vor Ort. Das schafft Vertrauen." Zuletzt beleuchtete Prof. Dr. Klaus Eckrich Lust und Frust bei der Führung von Veränderungsprozessen. Viele Veränderungsprozesse krankten vor allem deshalb, weil die Führungsmannschaft zeitlich und führungstechnisch überfordert sei. Nur durch geschicktes Change Management, so Eckrich, sei erfolgreiche Führung in allen Phasen des Wandels möglich.

Durchblick-Preis zeichnet Verlage für besondere publizistische Leistungen aus

Am Abend des 6. April 2017 vergab der BVDA den Medienpreis "Durchblick". BVDA-Präsident Alexander Lenders und Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers begrüßten rund 300 Gäste im Estrel Festival Center in Berlin. Peter Altmaier, damaliger Bundesminister für besondere Aufgaben sowie Chef des Bundeskanzleramts und heutiger Bundesminister für Wirtschaft und Energie eröffnete die Preisverleihung und hob in seiner Rede die große gesellschaftspolitische Bedeutung der Anzeigenblätter und der Printmedien insgesamt hervor. In schwierigen Zeiten wie der Debatte um "Fake News" und "Lügenpresse" könnten die Wochenblätter mit steigenden Glaubwürdigkeitswerten aufwarten. "Die Leserinnen und Leser wissen: Sie können den Anzeigenblättern vertrauen, da es dort keine Fake News gibt." Print sei durch nichts zu ersetzen, so der Chef des Bundeskanzleramts. "Daher müssen wir uns für die Zukunft der Printmedien stark machen und insgesamt für Presse- und Meinungsfreiheit eintreten." Altmaier versprach den Anzeigenblattverlegern zudem, sich für weniger Bürokratie und eine anwendungs- und bürgerfreundliche öffentliche Verwaltung einzusetzen.

Ausgezeichnet wurden Preisträger in den Kategorien "Beste journalistische Einzelleistung", "Leser- und Verbrauchernähe", "Innovation – die beste Idee des Jahres" und "Beste digitale Aktivität". Mit dem Durchblick-Preis zeichnet der Verband jährlich Preisträger in verschiedenen Kategorien aus, die der gestiegenen publizistischen Relevanz der Anzeigenblätter Rechnung tragen. Nach einer internen Vorauswahl der Nominierten durch die BVDA-Arbeitskreise Redaktion, Marketing und Digitales kürt eine Jury die Gewinner. Die Preisverleihung wird von BVDA-Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers und Anne Henning, Leiterin Akademie und Event, moderiert. Mehr zu den Gewinnern und der Jury erfahren Sie hier.

Die Herbsttagung des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) stand ganz im Zeichen des veränderten Medienkonsums, den Stärken von Print und den Herausforderungen in der Verlagslogistik. Am 20. und 21. Oktober traf sich die Branche in München, um über Zukunftsmodelle für Anzeigenblätter als lokale Informationsmedien und die Rolle von Print in der digitalisierten Medienlandschaft zu diskutieren. Mit rund 300 Anzeigenblattverlegern, Experten und Multiplikatoren konnte der BVDA eine Rekordbeteiligung bei seiner jährlichen Herbsttagung verzeichnen. 

„Die große Herausforderung ist die Positionierung der Anzeigenblätter im digitalen Wandel“, sagte BVDA-Präsident Alexander Lenders in seiner Eröffnungsrede. Hier arbeiteten die Verlage bereits kontinuierlich an ihren Digital-Strategien und verknüpften zunehmend die Offline- mit der Online-Welt. „Trotz des rasanten Wandels dürfen wir allerdings auch das gedruckte Anzeigenblatt nicht aus den Augen verlieren, dies ist nach wie vor unser Kerngeschäft“, betonte Lenders. „Entscheidend ist, dass die lokalen Wochenblätter für ihr Publikum relevant bleiben und weiter ganz nah bei ihren Lesern sind.“ Um die Verlage bestmöglich zu unterstützen, trage der Verband dem digitalen Transformationsprozess auch durch sein Tagungsprogramm Rechnung, erklärte BVDA-Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers. „Die wachsende Teilnehmerzahl zeigt, dass wir mit unserem Angebot einen Nerv treffen.“

Anzeigenblätter versprechen „Digital Detox“

Klemens Skibicki, Professor für Economics, Marketing und Marktforschung rief in seinem Vortrag zum Aufbau von Digital-Kompetenz auf und appellierte an die Anzeigenblätter, ihre regionale Stärke in das digital vernetzte Zeitalter zu übertragen.

Der prominente Trendforscher Peter Wippermann beleuchtete die Zukunft des Mediennutzungsverhaltens. „Unter der Oberfläche des Digitalen wächst die Sehnsucht nach kleinen Welten - hier liegen die Stärken der Wochenblätter.“ Anzeigenblätter, resümierte der Forscher, versprächen „Digital Detox“, also eine digitale Entgiftung. Unter dem Schlagwort versteht man auch eine Bewegung, die für einen bewussteren Umgang mit dem Smartphone und der Abkehr von permanenter Verfügbarkeit steht. 

In weiteren Fachvorträgen sprach Prof. Dr. Michael Haller zu den Stärken von Print, während Matthias Tietz, Vizepräsident des Bundesverbands Druck und Medien, auf technische Innovationen im Zeitungsdruck einging. Frank Lasogga, Professor für Marketing und Marktforschung an der Hochschule Fresenius in Köln, gewährte einen Einblick in das Denken und Handeln der Generation Y und daraus resultierenden Gestaltungsspielräumen für mittelständische Unternehmen.

BVDA stellt neues GPZ-Siegel vor 

In begleitenden Workshops wurde unter anderem das  entscheidende Thema Logistik in verschiedenen Facetten bearbeitet.  Von der Zustellergewinnung über Qualitätsmanagement bis hin zu Optimierungsmöglichkeiten erhielten die Verlage hier Unterstützung, Expertise und neue Ideen. Durch den zunehmenden Wettbewerbsdruck, die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns und den damit verbundenen Verwaltungsaufwand steht der Vertrieb der Verlage aktuell vor enormen Herausforderungen.

Der BVDA hatte bereits bei seiner Frühjahrstagung 2016 einen Logistik-Schwerpunkt gesetzt und die Reform des Zustellsiegels GDZ „Geprüfte Direktzustellung“ zu GPZ „Geprüfte Prospektzustellung“ auf den Weg gebracht. Auf seiner Herbsttagung stellte der Verband die neue Siegeloptik vor und kündigte eine Kampagne zur Vermarktung des Gütesiegels zum Start des neuen Jahres an. Das GPZ-Siegel, also die geprüfte Prospektzustellung, ist eine Erweiterung: Neben den direktverteilten Prospekten können nun  auch Anzeigenblätter und die darin enthaltenen Beilagen gemessen und zertifiziert werden. Mit dem neuen BVDA-Siegel können die Verlage dem Kunden einen messbaren, transparenten und homogenen Nachweis über ihre Zustellqualität liefern. Angesichts der heterogenen Verlagsstrukturen schafft dieses einheitliche Qualitätsversprechen Vertrauen und Sicherheit beim Kunden.

Die Abendveranstaltung der BVDA-Herbsttagung fand im stilvollen Ambiente von „Schuhbecks Teatro“ statt. Dr. Eggers dankte den Münchner Wochenanzeigern für die Ausrichtung der Feier in diesem besonderen Rahmen.

Die Frühjahrstagung des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des brandaktuellen und entscheidenden Themas Logistik. Am 28. und 29. April kamen rund 300 Anzeigenblattverleger, Experten und Multiplikatoren in Berlin zusammen, um die Stärken und Chancen der Anzeigenblätter im lokalen Medienspektrum auszuloten. Damit erreichte der BVDA die bislang höchste Teilnehmerzahl seiner jährlichen Tagungen.

Das Anzeigenblatt-Forum am 29. April machte deutlich, dass eine Erhöhung der Effizienz bei der Zustellung von Printprodukten, neue Geschäftsfelder und eine bessere Qualifizierung von Verlagslogistikern und Zustellern unumgänglich sind. "Die Zeiten sind turbulent. Doch eine optimierte Logistik bietet viele neue Chancen für einen Zukunftsmarkt", betonte BVDA-Präsident Alexander Lenders. Die Frühjahrstagung biete die optimale Plattform für Verlage, Wissen auszutauschen und verbesserte Ansätze zu diskutieren, ergänzte BVDA-Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers. Durch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns und den zunehmenden Wettbewerbsdruck steht der Vertrieb der Verlage vor enormen Herausforderungen. Die Umstellung des traditionellen Honorierungssystems von Stücklohn auf Stundenlohn hat die Organisation der Zustellung grundlegend verändert. 

"Mit ihren Logistikstrukturen halten die Verlage einen Rohdiamanten in ihren Händen", sagte Andreas Erzkamp, Geschäftsführer und Leiter Konzernlogistik der Madsack Mediengruppe. So konnte beispielsweise in der Madsack-Mediengruppe durch optimierte Wegstreckenführung die Einsparung einer Strecke erreicht werden, die mit 30,5 Erdumrundungen zu vergleichen sei. 

Geschäftsfelder erschließen und in Ausbildung investieren

Frank Krischok, Geschäftsführer der MZ Logistik GmbH der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung, beschrieb die Übernahme von zusätzlichen Dienstleistungen als Möglichkeit, Profitabilität zu steigern und die Attraktivität als regionaler Arbeitgeber zu erhöhen. "Eigene Fahrzeuge tragen zur Beschleunigung der Zustellprozesse bei und bilden die Grundlage für die Übernahme zusätzlicher Transportleistungen auch abseits der Zeitungszustellung."

Mit der Umstellung seien auch die Anforderungen an die beruflichen Qualifikationen von Führungs- und Zustellungspersonal enorm gestiegen, machte Frank Jansen, Geschäftsführer der Funke Logistik NRW GmbH deutlich. Um die Verlage in dieser Umbruchsituation zu unterstützen, hat die BVDA-Akademie ihr Seminarangebot für den Bereich Logistik mit einem mehrmoduligen Fortbildungsprogramm erweitert. Darüber hinaus bearbeitet der neu gegründete BVDA-Arbeitskreis Logistik das Thema kontinuierlich im Verband.

Mitglieder bringen neues Siegel auf den Weg 

Die Wichtigkeit des Themas Logistik zeigt sich auch an der Reform des Zustellsiegels GDZ "geprüfte Direktzustellung" zu GPZ "Geprüfte Prospektzustellung", die durch die BVDA-Mitgliederversammlung am 28. April auf den Weg gebracht wurde. Ziel dieser von langer Hand vorbereiteten Erweiterung war es, das bereits etablierte und anerkannte Siegel für Direktzustellung auf den gesamten Bereich der Prospektzustellung zu erweitern. Somit können nun Anzeigenblätter und die darin enthaltenden Beilagen zertifiziert werden. 

"Für unsere Mitglieder war es von zentraler Bedeutung, dieses begehrte Gütesiegel allen Verlagen zugänglich zu machen", sagte Lenders. Das Ergebnis sei ein modernes Siegel, das Kunden eine hohe Zustellqualität garantiere und den Verlagen selbst ein Höchstmaß an Flexibilität biete. "Nur wer sich den strengen Prüfbedingungen stellt und diese kontinuierlich erfüllt, kann sich mit diesem Qualitätszertifikat schmücken. Wir garantieren: Unser Produkt kommt an. Woche für Woche, bei jedem Wetter", betonte Egon Timm, Vizepräsident und Vorsitzender der Fachgruppe Prospektzustellung.

Neue BVDA-Vizepräsidentin und moderne Satzung

Am 28. April wählten die Verleger im Rahmen der Mitgliederversammlung eine neue BVDA-Vizepräsidentin. Carol-Monique Krummenauer von der Saarländischen Wochenblatt Verlagsgesellschaft rückt für Ulrich Schamuhn von der Rheinischen Anzeigenblatt GmbH & Co. KG ins BVDA-Präsidium.

Neue Mitglieder im Hauptausschuss sind:

  • Stefan Menciotti, Kurier Verlag GmbH, Düsseldorf
  • Anatol Hennig, Singener Wochenblatt GmbH & Co. KG
  • Sebastian Kmoch, Osnabrücker Nachrichten Verlagsgesellschaft mbH 

Zudem verabschiedeten die Verleger eine neue Satzung, die den Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter für kommende Herausforderungen rüsten soll. "Ich freue mich, dass wir mit dieser modernen Verbandsgrundlage künftig noch leistungsfähiger werden", sagte BVDA-Präsident Lenders.

Zum Abschluss der Frühjahrstagung erläuterte der Psychologe und Hirnforscher Dr. Hans-Georg Häusel, warum das Gehirn Print liebt. Printmedien seien wahrnehmungsfreundlicher und würden zudem höheres Vertrauen als digitale Medien genießen, so Häusel.

"Unser Zusammentreffen hat wieder deutlich gemacht: Wenn wir unsere lokalen Stärken bündeln und die Vorzüge unserer Gattung noch stärker nach außen tragen, sind wir unschlagbar", resümierte Lenders zum Abschluss der Frühjahrstagung. 

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