Zukunft im Blick

Von der Elektromobilität über Ökostrom bis hin zum recycelbaren Kaffeebecher, „grüne“ Themen ziehen in den Alltag der Menschen ein und werden längst nicht mehr nur zwischen Politikern und Umweltorganisationen verhandelt. Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind zentraler und wichtiger Bestandteil unserer modernen Gesellschaft. Dem können und dürfen sich auch die Anzeigenblätter nicht verschließen, denn nur wer gesamtgesellschaftliche Entwicklungen frühzeitig antizipiert, bleibt zukunftsfähig.

Der Begriff der Nachhaltigkeit bezieht sich auf den Umgang des Menschen mit seinen natürlichen Lebensgrundlagen und setzt das ethische Ziel, diese auch für nachfolgende Generationen zu erhalten. Langfristiges Denken und konsequentes Handeln als Einzelperson und in der Gemeinschaft spielen dabei eine große Rolle. Bei der Herstellung gedruckter Presseprodukte steht vor allem die Nutzung von Altpapier oder nachhaltig produzierter Frischfaser im Zentrum der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit. Mit aufmerksamem Blick sich hier jedoch noch weitere Ansatzpunkte und Optimierungspotenziale für Verlage.

Das Thema Nachhaltigkeit steht bei vielen Lesern und Werbekunden ganz oben auf der Agenda. Wenn die Verlage hier vorausschauend und klug agieren, zeigen sie nicht nur Verantwortung im Umgang mit den natürlichen Ressourcen und nachfolgenden Generationen. Sie schaffen auch eine wichtige Voraussetzung für ihren unternehmerischen Erfolg.

BVDA-Vizepräsident Andreas Müller, Geschäftsführer Super Sonntag Verlag GmbH

Nachhaltigkeit als Strategie

Nachhaltigkeit ist ein auf allen Ebenen diskutiertes Thema. Sowohl Werbekunden als auch Leser haben diesbezügliche Erwartungen an das Produkt Anzeigenblatt. So rückt das Thema Nachhaltigkeit zunehmend in den Fokus der Werbekunden der Verlage. Corporate Social Responsibility - kurz CSR - ist in Deutschland immer mehr im Kommen. Viele Unternehmen und mittelständische Firmen haben den Begriff der Nachhaltigkeit in die Werte und Normen ihrer Unternehmenskultur aufgenommen und erwarten, dass ihre Produktwerbung in einem entsprechenden Umfeld erscheint. Das Handeln und Wirken der Gattung wird somit zunehmend auch unter ökologischen Aspekten beobachtet und bewertet. Um sich langfristig erfolgreich am Markt zu positionieren, ist es unerlässlich, diese gesellschaftliche Entwicklung in der strategischen Ausrichtung der Verlage zu berücksichtigen. Durch die Verankerung des Themas Nachhaltigkeit in der Verbandsarbeit unterstreicht der BVDA, dass er Verantwortung für die Umwelt und nachfolgende Generationen übernimmt und seine Mitglieder als kompetenter Berater auf dem Weg zu ökologisch verträglichem Handeln unterstützt. Zu diesem Zweck wurde der Arbeitskreis Nachhaltigkeit gegründet, der sich Anfang des Jahres 2018 zu seiner ersten, konstituierenden Sitzung zusammengefunden hat.

Pro Minute landet eine Lkw-Ladung Plastikmüll im Meer. Alle zwei Sekunden verschwindet eine Waldfläche so groß wie ein Fußballfeld. Deshalb ist Nachhaltigkeit keine Kür, sondern Pflicht – besonders für die Anzeigenblätter. Im Umgang mit Ressourcen müssen wir uns bewusst machen, worum es geht: ›Reduce, Reuse, Recycle‹. Wollen wir unsere Gattung zukunftsfähig machen, gehört das Thema Nachhaltigkeit für mich ganz oben auf die Agenda.

Emanuel Beer, Chefredakteur Allgemeiner Anzeiger GmbH, Mitglied Arbeitskreis Nachhaltigkeit

Ziel der Arbeitsgruppe ist es, umsetzbare Empfehlungen für die Mitgliedsverlage zu erarbeiten, die nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sind und den Zusammenhang von Investitionen, Ressourcenverbrauch und Kosten in den Blick nehmen. Dabei steht sowohl der Einsatz nachhaltig gewonnener und umweltverträglicher Rohstoffe und Produktionsmittel als auch die Logistik und eine zielgerichtete Zustellung im Fokus. Nach einer Erhebung des Status quo innerhalb der Mitgliedsverlage möchte der BVDA auf konkrete Stellschrauben im Einflussbereich der Verlage aufmerksam machen, durch die eine bessere Ökobilanz erreicht werden kann. In ihrer Eigenschaft als Wirtschaftsunternehmen tragen die Verlage hier eine besondere Verantwortung, da ihr Handeln im Vergleich mit Privatpersonen zumeist einen größeren ökologischen Einfluss aufweist.