Optimierung und Orientierung für die Verlage

Neben der Verfolgung politischer Forderungen, wie dem Erwirken von Sonderregelungen bei drohenden Dieselfahrverboten in den Innenstädten oder beim Mindestlohngesetz, bietet der BVDA mit dem Arbeitskreis Logistik unter der Leitung von Andreas Müller (Super Sonntag Verlag GmbH) ein Forum, in dem sich in vielfacher Hinsicht mit konkreten Fragen der Verfahrensoptimierung beschäftigt wird. Im Fokus steht dabei beispielsweise eine Professionalisierung des Reklamationsmanagements, das nur im engen Zusammenhang mit der Zustelllogistik zu sehen und weiterzuentwickeln ist.

In vielen Verlagen herrscht Unsicherheit über einen korrekten Umgang mit Reklamationen von Werbekunden, aber auch von Lesern, die die Zustellung bemängeln. Solche Beschwerden fußen teilweise auf unspezifischen Informationen und werden über verschiedenste Kanäle kommuniziert. Dies erschwert die zufriedenstellende Aufklärung der Ursachen seitens der Verlage.

Aus diesem Grund beschäftigt sich der BVDA derzeit intensiv mit möglichen Prozessstandards für den Eingang und die Bearbeitung von Reklamationen und möchte damit zu mehr Handlungssicherheit und Transparenz gegenüber Werbekunden und Lesern beitragen.

Angesichts der rasanten Entwicklung und der gestiegenen Bedeutung der Logistik bietet der Arbeitskreis den Verlagen Optimierung und Orientierung. Gemeinsam suchen wir nach praxisnahen und effektiven Lösungen, die den Arbeitsalltag erleichtern.

BVDA-Vizepräsident Andreas Müller, Vorsitzender Arbeitskreis Logistik

Auch der sinnvolle Umgang mit steigenden Beilagenmengen wirft wichtigeFragen auf, die nicht nur das Zusammenspiel von Vertrieb und Logistik, sondern auch die Leserseite in den Blick nehmen. Mithilfe einer wissenschaftlich fundierten Akzeptanzstudie soll geklärt werden, bei welcher Menge und Art von Beilagen Toleranzgrenzen der Leser berührt werden.

Zudem wird geprüft, ob sich mithilfe von Rechenmodellen Mehraufwendungen aus der Sicht der Zustelllogistik, wie beispielsweise durch mehrfache Nachladeprozesse, darstellen lassen. So könnten sinnvolle Grenzmengen für zusätzliche Beilagengewichte durch die Gegenüberstellung von Nutzen undKosten aufgezeigt werden. Ziel ist es, das Zusammenspiel von Vertrieb undLogistik zu verbessern, indem konkrete Auswirkungen für alle Seiten nachvollziehbar gemacht werden.

Personalsuche und -entwicklung: neue Wege gehen

Ein weiteres Dauerthema der Logistik betrifft die Herausforderungen bei der Zustellersuche auf einem nahezu gesättigten Arbeitsmarkt. Erste Überlegungen, mit einer BVDA-betriebenen Jobbörse Abhilfe zu schaffen, wurden zurückgestellt, nachdem Dominic Klingberg von mobileJob und Christine Böck von Zustellerkom der Einladung des Arbeitskreises gefolgt waren, ihre jungen, aber bereits etablierten Jobportale zu präsentieren. Beide Anbieter zeichnen sich durch Kampagnen in sozialen Netzwerken und die einfache Nutzung über mobile Endgeräte für den potenziellen Bewerber aus. Im Unterschied zu statischen Jobportalen wird somit auch Aufmerksamkeit in Zielgruppen generiert, die nicht aktiv auf Jobsuche sind.

Insgesamt spiegeln die aktuellen Themen aus dem Bereich Logistik wider, dass nicht nur die Suche nach Zustellern eine umsichtige Personalpolitik der Verlage erfordert. Auch die Anforderungen an das verlagsinterne Fachpersonal mit einem Verständnis für komplexe, ressortübergreifende Prozesse steigen rasant. Dazu hat der BVDA zur Unterstützung der Verlage eine Fortbildung für Vertriebslogistik und Zustellmanagement entwickelt.