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BVDA etabliert erfolgreiches Dialog- und Netzwerk-Format VITAL LOKAL

Verbände und Politik diskutieren beim Hauptstadtfrühstück des Anzeigenblattverbandes über Fachkräftemangel

Unter dem Motto „Zukunft wird vor Ort gemacht – Fachkräftemangel und Standortpolitik“ trafen sich heute Bundestagsabgeordnete, Verbandsvertreter, Journalisten und Mitarbeiter aus Ministerien zum Frühstücksdialog „VITAL LOKAL“ im Kaffeehaus Dallmayr in Berlin. Auf Einladung des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) diskutierten die Teilnehmer, welche Bedeutung das Thema Fachkräftemangel für Unternehmen besitzt, aber auch für die Standortpolitik der Regionen. 

„Den Fachkräftemangel in dieser allgemeinen Bezeichnung gibt es nicht. Neben Implikationen durch konjunkturelle Aspekte und einer allgemeinen demografischen Entwicklung sind viele Herausforderungen der Unternehmen, geeignete Mitarbeiter zu finden, oft auch hausgemacht.“ So lautete eine These, die Prof. Dr. Jürgen Radel in seinem Impulsreferat formulierte.  

Der Gastreferent von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin ist ein international ausgewiesener Experte für Human Resources Management. Vor seiner Tätigkeit in der Wissenschaft war er zehn Jahre in der Unternehmenspraxis tätig – zuletzt als Prokurist eines global agierenden Logistik-Dienstleisters. Radel ist Buchautor, Verfasser zahlreicher Publikationen und berät Führungskräfte und Organisationen. Seine Themen sind dabei vor allem aktuelle Trends wie Employer Branding und Veränderungsprozesse durch die Digitalisierung. 

In seinem Vortrag schlussfolgerte Radel, dass das hochspezialisierte Ausbildungssystem in Deutschland Personalabteilungen oft dazu verleite, auch entsprechend und ausschließlich spezialisiert zu suchen. Unternehmen müssten in dieser Hinsicht mutiger werden. Dazu gehöre auch, potenziellen Mitarbeitern mehr zuzutrauen – besonders mit Blick auf deren Selbsteinschätzung, ob sie für eine Aufgabe geeignet seien. Sollten Fremd- und Selbsteinschätzung der fachlichen Kompetenzen tatsächlich weit auseinanderliegen, müsse die Priorität anders gesetzt werden: Es ginge dann nicht mehr darum, den Besten auszuwählen, sondern denjenigen mit dem geringsten Entwicklungsbedarf. 

Gegenüber den Parlamentariern und Mitgliedern der Verbände regte Radel an, ein intensiveres Standort-Marketing zu fördern – mit stärkerem Fokus auf den jeweiligen Arbeitsort. „Die Tourismusbranche lebt in weiten Teilen vor, wie erfolgreiches Marketing für eine Region aussehen muss. Alleine die Tatsache, dass ein Begriff wie der des `Hidden Champion` existiert, zeigt: Es gibt es einen enormen Nachholbedarf, erfolgreiche Wirtschaftsstandorte bekannt zu machen“, so Radel. Den Wochenblättern empfahl der Experte, ihre gute Reputation im Nahbereich zu nutzen und wirtschaftlich erfolgreiche Regionen noch stärker publizistisch zu begleiten.  

BVDA-Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers zog ein positives Fazit der Veranstaltung. „Mit VITAL LOKAL ist es uns gelungen, eine wichtige Dialog- und Netzwerkplattform zu etablieren. Der intensive Meinungsaustausch – beim letzten Dialogfrühstück zur Digitalisierung und heute zum Thema Fachkräftemangel und Standortpolitik – zeigt, dass viele Themen aus dem Nahbereich hochrelevant sind. So wie die Anzeigenblätter seit vielen Jahrzehnten erfolgreich Politik und Wirtschaft, Leben und Alltag der Menschen begleiten, bringen wir diese Expertise als Spitzenorganisation in das Gespräch mit Politik, Wirtschaft und Verwaltung ein“, sagte Eggers. 

Die nächste Veranstaltung von „VITAL LOKAL“ wird am 12. Juni 2018 stattfinden und sich inhaltlich dem Thema „Logistik im Nahbereich – effizient, ökologisch, verantwortungsbewusst“ widmen. 

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