Deutschland liest lokal.
67 Prozent lesen Anzeigenblätter.*
*Quelle: Anzeigenblatt Qualität 2015/2016
Sie sind hier:

Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter: Spitzenorganisation der deutschen Anzeigenblätter

Der am 3. Juli 1987 in Bonn gegründete Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter e.V. (Federal Association of German free papers) ist die Spitzenorganisation der Anzeigenblattverlage in Deutschland. Gemeinsam mit den beiden anderen Verlegerverbänden hat er seinen Sitz im Haus der Presse in Berlin. Dem BVDA gehören 216 Verlage mit insgesamt 851 Titeln und einer Wochenauflage von 64,7 Millionen Exemplaren an. Damit repräsentiert der BVDA rund 73,2 Prozent der Gesamtauflage der deutschen Anzeigenblätter.

Anzeigenblätter sind nach BVDA-Definition Presseprodukte, die kostenlos mindestens einmal wöchentlich an die Haushalte eines festumrissenen Gebietes nahezu flächendeckend verteilt werden. Ihr Vorzug liegt in der hohen Haushaltsabdeckung sowie der großen Lokalität. Anzeigenblätter weisen im Schnitt 30 bis 40 Prozent redaktionelle Inhalte auf.

Organisiert waren zahlreiche der meist wöchentlich erscheinenden Wochenblätter nach dem Krieg ab 1960 in der Interessengemeinschaft Verleger-Verband Deutscher Anzeigenblätter (VVDA). Der VVDA war von sechs Verlegern mit 7 Wochenblättern bei einer wöchentlichen Auflage von 400.000 Exemplaren gegründet worden. Daneben etablierte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) eine eigene Abteilung, die Arbeitsgemeinschaft Anzeigenblätter der Zeitungen (AdZ), innerhalb derer die von den Zeitungsverlagen oder deren Tochterunternehmen herausgegebenen Anzeigenblätter vertreten wurden. Allerdings führte das in nicht wenigen Fällen zu Zielkonflikten innerhalb des BDZV zwischen den Tageszeitungen und kostenlos zugestellten Wochenblättern. Auch war es wenig hilfreich, dass eine Mediengattung in zwei unterschiedlichen Verbänden organisiert war.

Nach jahrelanger Gegnerschaft von AdZ und VVDA wurde schließlich am 3. Juli 1987 in Bonn der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter e.V. (BVDA) gegründet. Die AdZ stellte ihre Tätigkeit ein. Schon im September 1987 waren 66 Verlage mit 240 Titeln und einer Auflage von 15,3 Mio. Exemplaren im BVDA organisiert. Zum 31.12.1987 wurde der VVDA auf den BVDA verschmolzen. Anfang 1987 hatte der VVDA noch 126 Mitgliedsverlage mit 316 Titeln bei einer wöchentlichen Auflage von 13,6 Mio. Exemplaren. 

Der BVDA ist seit 2002 in Berlin im Haus der Presse ansässig – ebenso der BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger) sowie der VDZ (Verband Deutscher Zeitschriftenverleger). Geschäftsführer des BVDA ist Dr. Jörg Eggers. Der BVDA ist Mitglied im Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW).

Zu den BVDA-Aufgaben gehören nach seiner Satzung (§ 2) u. a.: Die Wahrung und Förderung aller gemeinsamen Belange der in ihm zusammengeschlossenen Mitgliedsverlage. Dies schließt insbesondere die Unterrichtung seiner Mitglieder über alle für sie relevanten Grundsatzfragen, Entwicklungen und Tendenzen ein. Der BVDA berät seine Mitglieder auf allen Gebieten des Anzeigenblattwesens. Er fördert einen intensiven Meinungs- und Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern. Des Weiteren erarbeitet er Stellungnahmen zu allen Fragen des Anzeigenblattwesens auch im Hinblick auf gesetzgeberische Maßnahmen. Der BVDA fördert den lauteren Wettbewerb. Er stellt Unterlagen bereit, die der Transparenz des Anzeigenblattmarktes förderlich sind. Der Verband kann in pressepolitischen Grundsatzfragen und in medienübergreifenden Bereichen mit anderen Organisationen des Pressewesens zusammenarbeiten. Der BVDA ist darüber hinaus Ansprechpartner für Media- und Werbeagenturen, Fachmedien, Politiker, Bildungseinrichtungen und sonstige Interessierte.

Organe und Willensbildung im BVDA sind die Mitgliederversammlung, der Hauptausschuss und das Präsidium. Der Hauptausschuss besteht aus den Mitgliedern des Präsidiums und bis zu fünfzehn weiteren von der Mitgliederversammlung auf vier Jahre gewählten Mitgliedern. In Präsidium und Hauptausschuss hat jeder Stimmberechtigte eine Stimme. Im Hauptausschuss müssen die regionalen und strukturellen Verhältnisse der Mitglieder angemessen und sachkundig repräsentiert sein. Das Präsidium besteht aus dem Präsidenten und vier Stellvertretern, die von der Mitgliederversammlung in getrennten Wahlgängen auf vier Jahre gewählt werden. Das Präsidium repräsentiert den BVDA in der Öffentlichkeit. Der Präsident führt den Verband.

Zweimal jährlich lädt der BVDA seine Mitglieder zur Frühjahrstagung bzw. Herbsttagung ein. Die jährliche ordentliche Mitgliederversammlung wird vom Präsidenten einberufen. Sie soll im ersten Halbjahr des Verbandsjahres stattfinden. Die BVDA-Frühjahrstagung findet in Berlin statt. Zur BVDA-Herbsttagung treffen sich die Verleger, Geschäftsführer und sonstigen Verlags-Verantwortlichen auf Einladung eines Mitgliedsverlages traditionell in einer anderen Stadt. 

Neben den drei BVDA-Organen (Mitgliederversammlung, Hauptausschuss, Präsidium) gibt es BVDA-Arbeitskreise (Redaktion, Marketing, Internet) sowie eine Fachgruppe Direktzustellung. Hier kommen regelmäßig Verlags-Vertreter zu Arbeitssitzungen zusammen. Den Vorsitz in der jeweiligen Fachgruppe führt der BVDA-Vizepräsident, der im Rahmen der Aufgabenteilung des Präsidiums für den entsprechenden Geschäftsbereich zuständig ist.

Bisher hatte der BVDA vier Präsidenten:

07/1987-10/1996: Hans Georg Weiss, Verleger Weiss-Verlag GmbH & Co. KG, Monschau,
10/1996-03/2003: Dieter Schneider, Verleger beim Verlag Breu & Schneider, München,
03/2003-10/2012: Helmut Gebauer, Geschäftsführender Gesellschafter Saarländische Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH, Saarbrücken,
seit Oktober 2012: Alexander Lenders, Verlags- und Redaktionsleiter Weiss-Verlag GmbH & Co. KG, Monschau.

INTERNE AKTIVITÄTEN

  • Der BVDA ist Träger der ADA, der Auflagenkontrolle der Anzeigenblätter, und veröffentlicht die aktuellen Zahlen quartalsweise in der Mediainformation. Die ADA ist für die BVDA-Mitgliedsverlage obligatorisch.
  • Umfassender Informationsdienst über alle die Mitgliedsverlage tangierenden Vorgänge (z. B. rechtliche Belange, Aktivitäten von Werbe-/Mediaagenturen und Grosskunden etc.)
  • Konkurrenzbeobachtung
  • Bereitstellung von Marktforschungs-Know-how für die BVDA-Mitgliedsverlage zur Erstellung von Studien zur Medialeistung der Anzeigenblätter
  • Strategische Planung und Auswertung von Studienergebnissen
  • Interner Presse- und Informationsdienst inkl. regelmäßigem Newsletter
  • Pflege und Weiterentwicklung des Planungsprogrammes ADVERTIZOR
  • Vertretung der Mitglieder in diversen Fachausschüssen der Werbewirtschaft


EXTERNE AKTIVITÄTEN

  • Der Markt- & Mediaservice des BVDA gibt generelle Auskünfte zum Anzeigenblattmarkt und über die Ergebnisse der BVDA-Studien zur Medialeistung der Anzeigenblätter. Darüber hinaus stellt der Markt- und Mediaservice Kunden der Anzeigenblatt-Verlage sowie deren Agenturen das Planungstool ADVERTIZOR zur Verfügung und unterstützt diese bei konkreten Planungsanfragen.
  • Der BVDA führt Studien durch (bzw. lässt Studien durchführen) und gibt diese an die BVDA-Mitgliedsverlage weiter
  • Der BVDA publiziert und verbreitet Ratgeber zum Werbeträger Anzeigenblatt.
  • Der BVDA betreut individuell Werbe- und Mediaagenturen bzw. Großkunden.
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Der BVDA ist kompetenter Ansprechpartner für Journalisten, Politiker, Universitäten/Bildungseinrichtungen oder sonstige Interessierte und verbreitet neben regelmäßigen Pressemitteilungen auch einen externen Newsletter.
  • Lobbying: Der BVDA vertritt die Interessen der Anzeigenblätter in politischen und gesellschaftlichen Institutionen und ist zudem Mitglied im Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW).


Nähere Mitgliedschafts-Informationen:

Anne Henning
Assistentin Geschäftsführung
Telefon: 030-726298-2812
E-Mail: henning(at)bvda.de