Zum Auftakt der Herbsttagung des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) hat BVDA-Präsident Alexander Lenders an die Verlage appelliert, die Chancen und Möglichkeiten von Veränderungen für sich zu nutzen. „Gerade im Jahr des 30-jährigen Bestehens unseres Verbandes müssen wir uns den veränderten Rahmenbedingungen stellen und neue Lösungen für neue Herausforderungen erarbeiten“, sagte Lenders in seiner Eröffnungsrede. Zudem hob er die starke Gemeinschaft und partnerschaftliche Zusammenarbeit im BVDA hervor: „Wir konnten in der Vergangenheit nur so viel bewegen, weil die Anzeigenblattbranche mit einer gemeinsamen Stimme spricht“, so Lenders.

Zum 30-jährigen Bestehen des Verbandes kommen am 19. Oktober und 20. Oktober mehr als 300 Verleger, Experten und Multiplikatoren zu dem größten Treffen der Branche in Darmstadt zusammen. Die BVDA-Herbsttagung beschäftigt sich mit dem Thema Wandel in seinen unterschiedlichen Facetten und den damit verbundenen Auswirkungen für die Anzeigenblattverlage.

Der Trendforscher und Geschäftsführer des GDI Gottlieb Duttweiler Institute for Economic and Social Studies, Dr. David Bosshart, arbeitete die Umwälzungen im stationären Handel und deren Bedeutung für die Anzeigenblattbranche heraus. „Aus isolierten Produkten werden vernetzte Dienstleistungen, der Datenfluss bestimmt den Warenfluss, der digitale und sinnliche Erlebnisraum weitet sich aus“, führte Bosshart aus. Dienstleistungen und eine kluge Logistik spielten eine immer größere Rolle. Er rief die Verlage auf, in ihre Kundenbeziehungen, eine intelligente Logistik und vernetzte Services zu investieren.

Aufgrund der Digitalisierung und zunehmenden Vernetzung wird auch der Datenschutz in Anzeigenblattverlagen wichtiger und komplexer denn je. Susanne Böhm, Datenschutzbeauftragte der Mediengruppe Pressedruck, erläuterte die Auswirkungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung auf Anzeigenblattverlage und rief sie auf, sich rechtzeitig auf die neue Rechtslage einzustellen, die auch zahlreiche Neuerungen im Kundendatenschutz und Marketing bringe.

Auch mit der aktuellen Debatte um „fake news“ und den daraus resultierenden Chancen und Verpflichtungen für die Anzeigenblätter setzten sich die Verlage auseinander. Rechtsanwalt Dr. Christoph Partsch zeigte auf, welche Auskunfts- und Einsichtsrechte sich für Anzeigenblattverlage aus den journalistischen Sorgfaltspflichten und aus dem Recht auf Recherche ergeben. In zahlreichen weiteren Workshops und parallelen Vorträgen wurden die Digitalisierung in der Logistik beleuchtet und erfolgreiche Vermarktungskonzepte von regionalen Apps über digitale Wege für einen verbesserten Service bis hin zu crossmedial aufbereiteten Veranstaltungsformaten mit Kooperationspartnern vorgestellt. Die Bedeutung des Prospekts als Kaufimpulsgeber im digitalen Zeitalter wurde unter verschiedenen Aspekten vertieft. Mehrere Anzeigenblattverlage zeigten zudem auf, wie sie sich erfolgreich als lokale Veranstalter vor Ort etablieren konnten und so zusätzliche Geschäftsfelder erschließen und die Leser-Blatt-Bindung intensivieren konnten.

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