Bundespräsident Steinmeier: „Lokalzeitungen Anker der Demokratie“

Mit einer hochkarätigen Gesprächsrunde „Wahlcheck Mittelstand und Medien“ endete am 18. Mai 2017 der 43. Kongress des VDL. Über 400 Teilnehmer kamen zu dem zweitägigen Spitzentreffen der lokalen
und regionalen Tageszeitungen in Berlin zusammen.

In einer substanzreichen Diskussion äußerten sich Nicola Beer (FDP), Sahra Wagenknecht (DIE
LINKE), Ralf Stegner (SPD), Kerstin Andrae (Bd. 90/ DIE GRÜNEN) und Michael Kretschmer (CDU) vor
ca. 300 Verlegern und Führungskräften deutscher Lokalzeitungen. Unisono wurde festgestellt, dass
eine kritische Distanz der Presse –auch der Lokalpresse- zur Politik notwendig sei. Politiker müssten
daher kritische Berichterstattungen aushalten.

Begonnen hatte der Kongress am 17.5. mit der ersten medienpolitischen Ansprache von
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Lokalzeitungen seien für viele Menschen in Deutschland ein
Lebensbegleiter und genössen hohes Vertrauen, so der Bundespräsident. Die Blätter seien damit die
„erste Bastion gegen das Postfaktische.“ Steinmeier zeigte sich besorgt über die Anfeindungen, denen
die Presse ausgesetzt sei. Er beklagte eine immer deutlichere Polarisierung der Gesellschaft und eine
immer aggressivere Meinungsgegnerschaft.

Anschließend zeigte sich Kanzleramtsminister Peter Altmaier überzeugt von der Zukunft der
Lokalzeitung. Diese leiste „etwas ganz besonderes“, schließlich verkürzten Lokalzeitungen die Distanz
zwischen den Menschen.

Daimler CEO Dieter Zetsche verglich den Wandel von der Zeitung zum Medienhaus mit dem eines
Autoherstellers zum Mobilitätsanbieter. Er konstatierte für seriösen Journalismus großen Bedarf und
einen wachsenden Markt. Außerdem betonte er die Bedeutung der Lokalzeitungen, indem sie
Mobilitätsthemen setzten.

Aus publizistischer Sicht betonte Verleger Dr. Wolfram Weimer die Vielfalt der deutschen
Lokalzeitungspresselandschaft. Er richtete sich in einem flammenden Appell gegen das geplante
Netzwerkdurchsetzungsgesetz - dies erinnere ihn an „Orwellsche Dimensionen à la 1984“.

VDL-Geschäftsführer Martin Wieske resümierte, der Kongress habe einmal mehr gezeigt, dass die dem
Verband angeschlossenen Tageszeitungen hohes Renommee in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
genössen. Mit dem VDL verfügten die kleineren und mittleren Verlage seit Jahrzehnten über eine starke Vertretung ihrer Interessen. Der Jubiläumskongress habe den Verband und seine Mitglieder weiter gestärkt.

Kontakt:
Stefan Waldschmidt M.A.
Verband Deutscher Lokalzeitungen e. V. (VDL)
Verbandsreferent
Telefon: 030/ 39 80 51 54
E-Mail: Stefan.Waldschmidt(at)lokalpresse.de