05.12.2012

7 Fragen zum bürgerschaftlichen Engagement an Edmund Baur


Die Juroren der Helfenden Hand mit Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich

Innovative Konzepte - 1. Preis: "Reanimations-Weltrekord" des Malteser-Hilfsdienstes in Marburg

Im Interview mit BVDA- Aktuell: Edmund Baur, Vizepräsident des Malteser Hilfsdienstes, Bildhinweis: Malteser

Beim Förderpreis „Helfende Hand“ hat der Bundesinnenminister 15 Gruppen für ihr besonderes Engagement im Bevölkerungsschutz ausgezeichnet. Bei dem Wettbewerb geht es darum, wie neue Ehrenamtliche gewonnen werden können.
BVDA-Aktuell sprach mit Edmund Baur, Vizepräsident des Malteser Hilfsdienstes und Mitglied der Jury, die die besten Projekte aus Deutschland aussuchte.

Herr Baur, was zeichnet das beste Projekt bei der „Helfenden Hand 2012“ aus?

Baur: Es gibt nicht nur ein bestes Projekt, sondern in drei Kategorien jeweils ein bestes sowie den Publikumspreis. Allen gemeinsam ist, dass sie tolle, praktische Angebote vorstellen. Ein Projekt war beispielsweise der Weltrekord im 40-stündigen Dauer-Reanimieren.

Sie wollen Engagement fördern - Wer soll sich engagieren?

Jede und jeder, der will. Ich bin überzeugt, dass es für fast jeden Menschen eine spannende und interessante Aufgabe gibt. Wir wollen die Vielfältigkeit bekannt machen und hoffen auf Junge und Ältere, die sich bürgerschaftlich engagieren.

Was meinen Sie mit bürgerschaftlich engagieren?

Mithelfen bei den Dingen, die unsere Gesellschaft für alle lebenswerter machen: Die Eine hilft gerne kranken Menschen, der Andere engagiert sich zum Schutz der heimischen Wildtiere, der Dritte hilft in der örtlichen Bücherei und andere stehen bereit, um bei Katastrophen und Unglücken zu helfen.

Welche Aufgaben muss man als Freiwilliger erfüllen?

„Aufgaben erfüllen“ klingt zu hart. Besser passt, wo kann ich meine Talente, mein Können, meine Leidenschaft einbringen. Das Schöne ist, dass jeder sein Maß selbst bestimmt. Wenn ich schon drei Stunden die Woche in einem Verein helfen möchte, ist das ein gutes Pensum.

Wie sieht die Zukunft aus: Wird es mehr oder weniger Ehrenamtliche als früher geben?

Viele Organisationen, kleine wie große, beklagen, dass die Zahl der Freiwilligen und Ehrenamtlichen nachlässt. Aus meinem Verband, dem Malteser Hilfsdienst, kann ich aber  eine positive Antwort geben: Die Zahl der Ehrenamtlichen nimmt zu. Aber wir müssen natürlich auch mehr dafür werben als früher. Ich sehe häufig, dass junge Leute einmal schnuppern, dann auf den Geschmack kommen und mit viel Lust und Einsatz dabei bleiben. Sie sind dann Rettungssanitäter, Führer für Such- und Therapiehunde, Ausbilder in Erster Hilfe und anderes mehr.

Was bekommt ein Ehrenamtlicher für sein Engagement?

Viel Dankbarkeit – etwa von denjenigen, denen er geholfen hat. Wenn sie einen Menschen nach einem Unfall medizinisch versorgen können und dadurch schlimmeres verhindern, hören sie sicher mehr als einmal ein von Herzen kommendes Danke. Ehrenamtliche lernen in ihrem Engagement aber auch viel. Bei uns Maltesern ist wie in anderen Verbänden auch Schulung, Fort- und Ausbildung ein großes Thema. Wer sich freiwillig engagiert, will das gut machen. Und kann das, was er gelernt hat, auch an anderer Stelle für sich oder seine Arbeit gebrauchen.

Welche Bedeutung haben die lokalen Medien für das Ehrenamt?

Sie sind ganz wichtige, wenn nicht sogar die wichtigsten Informationsquellen. Hier erfährt man von Nöten und Hilfeleistungen in der Nähe und kann es sich realistisch vor Augen führen. Gerade jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit sind die Menschen dafür sensibel. Viele rufen an, nachdem sie zum Beispiel einen Bericht im örtlichen Wochenblatt gelesen haben und fragen nach weiteren Informationen, bieten den Vereinen ihren Rat oder ihre Mithilfe an. Für das Ehrenamt gilt ganz besonders die Regel: Tue Gutes und rede drüber – die lokalen Medien helfen dabei. 


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